Theoretischer Hintergrund

Innerhalb des ersten Lebensjahres geschieht die Entwicklung der Aufrichtung zeitgleich  übertragen auf die Entwicklung aller Sinnes- und Leistungsstrukturen des kindlichen Organismus. Jedes Neugeborene ist mit genetisch festgelegten Entwicklungsmustern  ausgestattet, das ist auch bei Säuglingen / Kindern mit erlittener Schädigung unterschiedlicher Ursache so.

Die veranlagten Entwicklungsprogramme sind aber nur durch spezifische Umweltreize abrufbar bzw. aktivierbar, so vor allem durch eine lebhafte Mutter-Kind Interaktion. Die Entwicklung eines Säuglings erfolgt während des ersten Lebensjahres in einem gesetzmäßigen Wechsel zwischen zwei sogenannten Beuge- und zwei Streckentwicklungsphasen.

Die frühe Beugephase
während der ersten 4 bis 5 Lebenswochen

Das Neugeborene verhält sich während der ersten vier Lebenswochen noch in ganzheitlich gesicherten Haltungsmustern gegen die Schwerkrafteinwirkung, wobei die Beugehaltung überwiegt. Man bezeichnet diese erste Lebensphase daher als die frühe Beugephase. Sie wird in der 5. bis 6. Lebenswoche durch die zunehmende Reifung des sich entwickelnden Gehirns und Nervensystems in die Funktionen der  ersten Streck- Entwicklungsphase  überführt.

Die erste Streck – Entwicklungsphase
von der 5. bis 6. Lebenswoche bis zum 5. Monat

Während dieser Entwicklungsphase ist die Durchstreckreaktion der zentrale neue Entwicklungsinhalt. Sie setzt in Bauchlagensituation spontan und mit gleichzeitiger Kopf- und Brustkorbanhebereaktion ein. Dieses Entwicklungsmuster ist für die Weiterentwicklung von fundamentaler Bedeutung. Ab diesem Zeitpunkt, an dem die frühe Beugephase von den Mechanismen der Streckentwicklung abgelöst wird, setzt die Therapie des NEPA: “Neuro-Entwicklungsphysiologischer Aufbau” ein.

Die zweite Beuge – Entwicklungsphase
vom 5. Monat bis zum 8. Monat

In der 2. Beugeentwicklungsphase sind die Neugeborenenreflexe vollständig modifiziert zu dosierbaren Bewegungen. Beide Hirnhälften verschalten sich intensiv.

Das Kind lernt, um die eigene Körperachse zu rotieren, es rollt um. Das Kind übt das Umgreifen mit Händen, Füßen, Augen

Die Rotation und die eigene Körperachse ist die Basis für alle rotatorischen Bewegungs- und Koordinationsmuster im gesamten Körper und wirkt sich auf alle Bereiche aus: auf die Atmung, die Mundmotorik, die Greiffunktion, die Fußbewegungen, die Seh- und Hörentwicklung und damit auch auf die Kognition und die Emotionalität.

Über feine Rotationsabläufe resultiert Feinkoordination in allen Bewegungsqualitäten.

Die zweite Streck – Entwicklungsphase
vom 8./ 9. Monat bis zum 12./ 13. Monat

In ihr entwickelt sich die Vertikalisierung zum aufrechten Stand.

Für die konzeptspezifische Fußbewegungs-, Ansteh- und Gangschulung sind keine Hilfsmittel erforderlich.

Innerhalb des Pörnbacher Konzeptes wird eine Sitz- und Rollstuhlversorgung angeboten, wenn eine eigenaktive Oberkörperaufrichtung nicht möglich ist.